Menschen auf der Balkanroute 2.

Menschen auf der Balkanroute 2.

25. September 2020

Ein sechzehnjähriger, allein reisender Junge aus Afghanistan schaut aus dem Fenster der verlassenen Wohnung, in der er mit etwa dreihundert anderen Männern haust.

Tessa Kraan / No Name Kitchen

Ein weiteres Beispiel für die Zerstörungskraft der Festung Europa. Schlimme Prellungen nach körperlichen Misshandlungen durch die Sondergrenzpolizei Kroatiens. Es ist kein Geheimnis, dass die kroatische Sonderpolizei den Menschen, die sie beim Versuch, das Land zu durchqueren, erwischt, extreme Gewalt antut. Die Sonderpolizei trägt schwarze Masken und foltert Menschen, während der Rest der Gruppe zuschauen muss, bis sie selbst an der Reihe sind. Diese blauen Flecken zeigen nur ein Bruchteil der Verletzungen, die den Körper von Suleiman bedecken. 

Der Betrag, den die EU für humanitäre Hilfe ausgibt, übersteigt bei weitem den Betrag, der für die Grenzkontrollen ausgegeben werden. Hierzu gehören u.a. auch die Ausrüstung der Grenzpolizei und sogar die Zahlung ihrer Gehälter. Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten machen sich mitschuldig an diesen systematischen gewalttätigen Übergriffen auf Männer, manchmal sogar auf Frauen und Kinder. Sie hindern damit Tausende von Flüchtlingen daran, ihr Recht auf Asyl in einem sicheren Land geltend zu machen.

Ein verstecktes Waldlager in der Grenzstadt Velika Kladuša, Nordbosnien-Herzegowina. Ein paar hundert Männer und Jungen, hauptsächlich aus Bangladesch, finden hier Zuflucht. Da das Aufnahmezentrum keinen Platz bietet, sind sie gezwungen, sich eine eigene Unterkunft zu bauen.

Yousif und Ismaël sind sieben und sechs Jahre alt. Vor drei Tagen wurden sie und ihre Familie aus Kroatien an die Grenze bei Velika Kladuša in Bosnien-Herzegowina zurückgedrängt. Im einzigen Aufnahmezentrum der Stadt werden die Familien nicht aufgenommen, das nächste Familienlager ist etwa sechzig Kilometer entfernt. Bevor sie das verlassene Gebäude fanden, in dem sie jetzt leben, verbrachten sie drei Tage und Nächte im Freien. 

Ein Mann zeigt die Narben, die er bei einem seiner Versuche, Kroatien zu durchqueren, erlitten hat. Eine Sondergrenzschutzpolizist schlug ihn so lange, bis er blutete. Bei seinem nächsten Versuch riskiert er genau die gleichen Misshandlungen, aber das hält ihn nicht davon ab, es immer wieder zu versuchen, bis er Erfolg hat.

Fotos: Tessa Kraan / No Name Kitchen

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