Letzte vorbereitungen

04. September

Die ,,Rise Above‘‘ ist ein ehemaliges Torpedofangschiff der Bundesmarine, konstruiert und gebaut, um von Kriegsschiffen verschossene Übungstorpedos zu finden und wieder aufzunehmen, damit sie wieder verwendet werden konnten.
Einige Jahre liegt sie gar nicht so weit entfernt von Ihrem ehemaligen Betreiber und ist von Freiwilligen und Ehrenamtlichen fast fertig zu einem Rettungsschiff umgebaut worden.
Denn seit 2016 waren viele Menschen gezwungen ihre Heimatländer zu verlassen, kamen und kommen nach Libyen, finden sich dort in einem Bürgerkrieg in einem dysfunktionalen Land wieder und wagen als einzigen Ausweg, wenn die Verzweiflung groß genug ist, die Überfahrt in seeuntauglichen, völlig überladenen Booten.
Viele kommen nie an, einige werden von der libyschen Küstenwache zurück nach Libyen verbracht, wo sie in Lagern interniert, teils bestialisch gefoltert und ausgebeutet werden.
Zuerst waren sich die europäischen Staaten ihrer Verantwortung bewusst, retteten diese Menschen, gingen dann aber dazu über, sich weitestgehend zurückzuziehen und vor dem Leid und den täglichen Dramen die Augen zu verschließen.
Dies sind die Gründe, warum sich seit 2016 immer mehr Organisationen im Mittelmeer engagieren, um Seenotrettung dort zu betreiben, wo es niemand anderes mehr tut, nur getragen von Spendern und Freiwilligen, die dem Sterben etwas entgegensetzen wollen.
Eine dieser Organisationen ist ,,Mission Lifeline‘‘ und einer dieser Freiwilligen ist Jan, als Bamberger ein gebürtiger Franke, den das Schicksal nach Abschluss seines Studiums der Werkstoffkunde von Erlangen nach Dresden verschlug, die Stadt, in der ,,Mission Lifeline‘‘ ihren Hauptsitz hat. Durch Freunde kam er in Kontakt, half als ehrenamtlicher Freiwilliger bei Metallarbeiten an Bord, wurde mit der Materie immer vertrauter und ist nun im Team, das Hauptmaschine fit für den Einsatz macht.
Er sagt, es gebe ihm viel, mit seiner Arbeit etwas dazu beitragen zu können, dieses Schiff demnächst im Einsatz Menschen retten zu sehen.
Davor müssen nun noch kleinere Arbeiten erledigt werden und es muss sich vor allem ein Wetterfenster öffnen, um das kleine Schiff unbeschadet über Nordsee, den Englischen Kanal, die Biskaya und Gibraltar schließlich ins Mittelmeer überführen zu können, wo es dann nach etwas Überholung auf seinen ersten Einsatz gehen soll.

Fotos: Leon Salner

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