DIE FLÜCHTLINGSKRISE
ODER
2015 DARF SICH NICHT WIEDERHOLEN!

DIE FLÜCHTLINGSKRISE
oder
2015 DARF SICH NICHT WIEDERHOLEN!

26. September 2021

Gedicht von Thomas Gsella

Geschrieben im Jahr 1 nach der Revolution

Sind viele Tische reich gedeckt, verarmen wenige:
Es hungern, seit`s den Bauern schmeckt, mal grad paar Könige.

Doch ist der Herrscher erst in Not, fühlt auch der Diener Schmerz.
So stiegen alle in das Boot: die Quandts, die Klöckner, Merz,

Die Samwer-Brüder, Bosch und Maas, Altmaier, Allianz,
Der olle Maaßen, Adidas, die olle Schickedanz,

Merck, Söder, Bayer, RWE, Laschet und Rheinmetall,
Die NPD, die AfD, der Banksterschweinestall,

Der ganze Hauf aus Schmier und Geld, ad hoc nicht mehr betucht,
Die falsche Crème der falschen Welt, begab sich auf die Flucht,

Ein Hauf, zehntausend Leute schwer, und kaperte zur Nacht
Ein großes Schiff am Mittelmeer und hat es losgemacht.

Sie schippern freilich heute noch, gefangen in der See,
Als wäre sie ein Schwarzes Loch. Der Grund der Odyssee:

Es ist das Land ums Meer herum ja ebenfalls befreit.
Sie aufzunehmen, ei wie dumm, ist schlicht kein Schwein bereit.

Nicht integrierbar seien sie, weil äußerst seltsam drauf;
Nix könnten und nix wüssten die, so geht kein Daumen rauf.

Sozialprognose: super schwach. Kein Facharbeiterschein,
Weltkenntnis, Herzensbildung, ach, es könnte besser sein.

Charakterlich? Schwamm drüber. Und: die Seelen arg geschlaucht.
Denn Seekrankheit ist ungesund, der Treibstoff längst verbraucht.

Aus allen Ländern rund ums Meer ward solch ein Schiff gefüllt:
Freut auch der Umsturz viele sehr, warn manche nicht gechillt.

Rund dreißig solcher Dinger sind‘s, die ihre Runden drehn,
Spielball der Wellen und des Winds. Es wird etwas geschehn:

Wir kommen und wir retten die, die drohen zu versinken.
Denn teuflisch sind wir nicht wie sie. Wir lassen nicht ertrinken.

Foto: Tom Hinter

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