Humanismus trotz Corona möglich!

Humanismus trotz Corona möglich!

20.03.2020

Flüchtlinge retten oder Corona in den Griff bekommen? Leider stellt sich einigen in unserer Gesellschaft dieser Tage diese Frage. So absurd es klingt, manche glauben, dass wir „im Krieg“ sind oder „inmitten einer Katastrophe“ – und wir könnten nicht mehr solidarisch sein mit Menschen, die woanders in Not sind. Es werden die immer gleichen Bedrohungsszenarien gezeichnet, ganz egal, ob es uns nun gerade gut geht oder wir in Schwierigkeiten sind. Im Grunde erleben wir im Moment nur die Steigerung davon. Halt, nicht „wir“ erleben es – wir sehen es bestenfalls und können anders handeln, aber diejenigen, die bislang darauf hoffen konnten, im Rahmen eines humanitären Programms in ein sicheres Land zu gelangen, sollen nun buchstäblich bleiben, wo der Pfeffer wächst, sie werden komplett im Stich gelassen.

Einer aktuellen Meldung zufolge soll nun explizit Griechenland vom Aufnahmestopp ausgenommen sein. Wir hoffen es.

Dem entsprechend werden wir weiter versuchen, so viele Menschen wie nur möglich aus dem europäischen (!) Elendslager Moria dorthin zu bringen, wo sie sicher sind.

Und einmal hier, was passiert dann? „Wir können uns doch hier nicht um sie kümmern?“ – Das meint eigentlich: lasst sie dort im Dreck. Aber das sind nur einige Stimmen. Auch für das Kümmern hier gibt es große Unterstützung: Bei uns melden sich Familien, die Kinder aufnehmen können. Und es sind große Organisationen, wie die Diakonie Sachsen oder die Stadtmission Berlin oder der Kinderschutzbund Dresden, die fest zugesagt haben, dass sie dafür Kapazitäten haben – trotz Corona. Ein Hostel hat uns spontan das ganze Haus angeboten, wo viele unbegleitete Kinder unterkommen können. Die Hilfsbereiten denken an so ziemlich alles, wenn es darum geht, Leben zu retten. Das zeigt sich jetzt einmal mehr! Wie wir sehen: es gibt keinen Grund, nicht sofort zu handeln.

Foto: David Pichler

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